Unser Silksong Test kommt bewusst spät. Über ein Jahr nach dem Release am 4. September 2025, nach fünf großen Patches und kurz vor der angekündigten Gratis-Erweiterung Sea of Sorrow zieht die Redaktion von Games Insider Bilanz.
Wir wollten wissen, ob Hollow Knight: Silksong den Hype überlebt – und ob sich der Einstieg heute mehr lohnt als zum Start.
Die kurze Antwort vorweg: Ja. Team Cherry hat aus sieben Jahren Wartezeit ein Metroidvania gemacht, das sein Genre nicht neu erfindet, aber fast jede Stellschraube präziser dreht. Wo es knirscht, erfährst du in diesem Silksong Test ebenso deutlich.
Silksong Test: Das Wichtigste in Kürze
Bevor wir ins Detail gehen, findest du hier die Eckdaten, die du für eine Kaufentscheidung brauchst. Alle Angaben entsprechen dem Stand Ende Oktober 2026.
Entwickler und Publisher: Team Cherry aus Adelaide, Australien – ein Studio mit nur einer Handvoll Leuten.
Release: 4. September 2025 für PC (Windows, macOS, Linux), PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, Switch und Switch 2.
Preis: rund 20 Euro, zusätzlich seit Tag eins im Xbox Game Pass enthalten.
Spielzeit: je nach Spielweise 30 bis deutlich über 50 Stunden, inklusive eines versteckten dritten Akts.
Technikstand: Patch 5 aus dem März 2026 gilt laut Team Cherry als letztes großes Update vor Sea of Sorrow.
Wertung der Redaktion: 9,5 von 10.
Der Erfolg gibt dem Studio recht. Laut Team Cherry spielten in den ersten drei Tagen über fünf Millionen Menschen, bis Dezember 2025 gingen mehr als sieben Millionen Exemplare über die digitalen Ladentheken – Game-Pass-Spieler nicht eingerechnet.
Worum geht es in Hollow Knight: Silksong?
In Silksong steuerst du Hornet, die Prinzessin-Kriegerin aus dem ersten Teil. Sie wird gefangen genommen und in das fremde Königreich Pharloom verschleppt. Dein Ziel: dich bis zur leuchtenden Zitadelle an der Spitze des Reiches hochkämpfen und herausfinden, wer dich dorthin gebracht hat – und warum.
Team Cherry erzählt wieder leise. Es gibt kaum Zwischensequenzen, stattdessen setzt du die Geschichte aus Dialogen, Umgebungsdetails und Nebenfiguren zusammen. Neu ist, dass Hornet selbst spricht. Sie wirkt dadurch zielstrebiger als der stumme Ritter aus Hollow Knight und trägt die Handlung spürbar aktiver.
Pharloom ist dabei vertikaler aufgebaut als Hallownest. Du startest ganz unten in den Moosgrotten und arbeitest dich durch Muschelwälder, Docks, Sümpfe und Glockenstädte nach oben. Dieses Gefühl des Aufstiegs gibt der Welt eine klare Richtung, ohne deine Freiheit zu beschneiden.
Gameplay im Silksong Test: Schneller, härter, präziser
Der größte Unterschied zum Vorgänger zeigt sich sofort im Kampf. Hornet ist flinker als der Ritter, springt höher, sprintet früher und greift mit ihrer Nadel in schnellen Stößen an. Gegner reagieren darauf mit aggressiveren Mustern – und mit mehr Schaden. Viele Feinde ziehen dir bereits im ersten Akt zwei Masken pro Treffer ab.
Das Heilsystem gleicht das aus. Statt Seele sammelst du Seide, indem du Gegner triffst. Ist die Leiste voll, „bindest“ du dich und heilst auf einen Schlag drei Masken. Das geht schneller als im Vorgänger, kostet aber die komplette Ressource.
Im Silksong Test hat uns genau diese Abwägung immer wieder gepackt: Heilst du jetzt – oder sparst du die Seide für eine Spezialfähigkeit?
Wappen und Werkzeuge statt Amulette
An die Stelle der Amulette treten zwei Systeme. Wappen (Crests) verändern Hornets Grundstil: Angriffsgeschwindigkeit, Reichweite, Abwärtsschlag und eine eigene Spezialmechanik. Jedes Wappen bietet außerdem Plätze für Werkzeuge in drei Farben.
Rote Werkzeuge sind aktive Angriffe wie Wurfnadeln oder Fallen mit begrenzten Ladungen.
Blaue Werkzeuge wirken passiv und verbessern Kampfwerte oder Abwehr.
Gelbe Werkzeuge unterstützen beim Erkunden, etwa mit Kompass oder Beutemagneten.
Rote Werkzeuge füllst du an Bänken mit Muschelscherben wieder auf. Dadurch entsteht ein kleiner Ressourcenkreislauf, der Erkundung belohnt. In unserem Silksong Test haben wir je nach Bosskampf ständig umgebaut – genau so soll es sein.
Bewegung als Belohnung
Wie in jedem guten Metroidvania schaltest du neue Bewegungsfähigkeiten frei, die alte Wege öffnen. Dazu zählen ein Sprint, ein Wandklammern, ein Enterhaken-artiger Zug und später ein Gleiten durch die Luft. Jede neue Fähigkeit fühlt sich wie ein echter Durchbruch an, weil Team Cherry die Welt konsequent um sie herum gebaut hat.
Ein Knackpunkt ist der diagonale Abwärtsschlag des Startwappens. Wer Hollow Knight gewohnt ist, verfehlt anfangs reihenweise Stacheln und Gegner. Mit anderen Wappen bekommst du später Alternativen, doch die ersten Stunden fordern Umgewöhnung.
Wie schwer ist Silksong wirklich?
Silksong ist deutlich schwerer als Hollow Knight. Gegner verursachen mehr Schaden, Wege zurück zum Boss sind oft lang und die Währung ist knapp. Einen Schwierigkeitsregler gibt es bewusst nicht. Wer sich darauf einlässt, erlebt jedoch ein faires, lernbares Spiel, in dem jeder Fortschritt verdient wirkt.
Zum Release entzündete sich genau daran eine lebhafte Debatte. Kritisiert wurden vor allem lange Laufwege zu Bossen, die knappen Rosenkranzperlen (Rosaries) und der hohe Grundschaden. Team Cherry hat mit den ersten Patches einige frühe Stellen leicht entschärft, ohne die Philosophie aufzugeben.
Unsere Einschätzung im Silksong Test: Die Schwierigkeit ist Teil der Identität. Sie ist selten unfair, aber manchmal ermüdend – besonders, wenn du für den fünften Bossversuch erneut eine Minute Parcours absolvieren musst.
Wer ungern scheitert, sollte das vor dem Kauf wissen. Wer Herausforderungen liebt, bekommt hier eines der befriedigendsten Spiele der letzten Jahre.
Unsere Silksong Tipps für Einsteiger helfen dir, die ersten Stunden ohne Frust zu meistern.
Bosse, Quests und Erkundung
Pharloom steckt voller Bosse – und laut unserem Silksong Test gehören sie zum Besten, was das Genre bietet. Jeder Kampf hat eine eigene Choreografie, klare Signale und einen Moment, in dem das Muster plötzlich „klickt“. Gerade die Duelle gegen wiederkehrende Rivalen erzählen nebenbei Geschichte, ohne ein Wort zu viel zu verlieren.
Neu sind Wünsche (Wishes): Aufträge, die du an Tafeln in Siedlungen annimmst. Sie reichen von Sammelaufgaben bis zu Jagden auf besondere Gegner. Manche wirken wie Beschäftigungstherapie, viele führen dich aber in Ecken der Karte, die du sonst übersehen hättest, und belohnen dich mit nützlichen Werkzeugen.
Die Erkundung bleibt das Herzstück. Karten kaufst du wie im Vorgänger bei einer Kartografin, einzelne Gebiete erschließt du erst Stück für Stück. Dieses Spiel mit dem Unbekannten ist manchmal anstrengend, macht aber jeden gefundenen Weg und jede versteckte Bank zu einem kleinen Triumph.
Der versteckte dritte Akt
Ohne zu spoilern: Silksong endet nicht dort, wo viele es erwarten. Wer bestimmte Bedingungen erfüllt, schaltet einen dritten Akt frei, der neue Gebiete, Bosse und ein wahres Ende bereithält.
Für Komplettisten verlängert sich die Spielzeit dadurch massiv. Für uns war das einer der Momente, in denen der Silksong Test endgültig von „sehr gut“ zu „herausragend“ kippte.
Silksong Test im Vergleich: Was ist besser als in Hollow Knight?
Viele Leser fragen uns, ob Silksong „nur“ ein größeres Hollow Knight ist. Unser Silksong Test zeigt: Die Grundformel ist gleich, doch fast jedes Detail wurde überarbeitet. Die folgenden Punkte haben uns im direkten Vergleich am meisten überzeugt.
Kampftempo: Hornet agiert schneller, Gegner reagieren klüger – Duelle wirken dynamischer.
Heilen: Das Binden mit Seide ist schneller, verlangt aber mehr Timing und Ressourcenplanung.
Build-Vielfalt: Wappen und Werkzeuge erlauben deutlich unterschiedlichere Spielstile als Amulette.
Weltaufbau: Pharloom bietet mehr Bänke, mehr Gegnertypen und eine klarere Richtung nach oben.
Nebenaufgaben: Wünsche geben der Erkundung Struktur, ohne sie zu bevormunden.
Weniger gelungen finden wir die knappere Ökonomie. Rosenkranzperlen brauchst du für Karten, Schnellreise-Stationen und Ausrüstung, und am Anfang reicht das Geld selten für alles. Im Silksong Test hat uns das zwar zu gezielterem Erkunden motiviert, in manchen Momenten aber auch unnötig gebremst.
Unser Silksong Test nach über 50 Stunden
Nach dem Abspann, dem dritten Akt und unzähligen Bossversuchen bleibt vor allem ein Gefühl hängen: Kontrolle. Jede Niederlage fühlte sich wie eine Lektion an, nicht wie Willkür. Wer einmal ein Bossmuster vollständig gelesen hat, spielt plötzlich mit einer Eleganz, die nur wenige Actionspiele erlauben.
Gleichzeitig zeigt der Langzeit-Silksong Test, wie gut Team Cherry Inhalte dosiert. Neue Fähigkeiten, Gebiete und Werkzeuge erscheinen in einem Rhythmus, der dich selten lange auf der Stelle treten lässt. Wer festhängt, findet fast immer einen zweiten Weg, der später zum Hindernis zurückführt.
Wer ähnlich große Erlebnisse sucht, sollte auch einen Blick in unseren Expedition 33 Test werfen – ein völlig anderes Genre, aber ein ähnlich mutiges Projekt eines kleinen Teams.
Grafik, Sound und Atmosphäre
Optisch bleibt Team Cherry seinem handgezeichneten Stil treu, hebt ihn aber auf ein neues Niveau – im Silksong Test einer der ersten Eindrücke, der hängen bleibt. Hintergründe haben mehr Tiefe, Animationen sind flüssiger und Lichtstimmungen wechseln stärker zwischen den Gebieten. Jede Region hat eine eigene Farbpalette, die du sofort wiedererkennst.
Der Soundtrack von Christopher Larkin trägt die Atmosphäre. Streicher, Cembalo und Chöre wechseln zwischen Melancholie und Dramatik, und viele Bossthemen bleiben lange im Ohr. Auch das Sounddesign ist präzise: Du hörst Angriffe oft, bevor du sie siehst – ein echter Vorteil im Kampf.
Technik und Patches: Silksong Test auf allen Plattformen
Technisch ist Silksong ein Musterschüler, das bestätigt unser Silksong Test auf mehreren Systemen. Auf PC, PS5, Xbox Series X|S und Switch 2 läuft das Spiel in unserem Test durchweg flüssig, Ladezeiten fallen kaum auf. Auch auf der ersten Switch und den Last-Gen-Konsolen bleibt es gut spielbar, was angesichts der Detailfülle beachtlich ist.
Seit Release hat Team Cherry vor allem Komfort und Stabilität verbessert. Die wichtigsten Patches im Überblick:
1. Patch 1 und 2 (September 2025): Fehlerbehebungen, Feinschliff an frühen Stellen und eine Dithering-Option für PC.
2. Patch 3 (Oktober 2025): Unterstützung für den DualSense Edge, bessere Controller-Erkennung auf dem Mac und automatische Pause bei Controller-Trennung.
3. Patch 4 (November 2025): Filmkorn-Option, erweiterte Controller-Einstellungen, ein überarbeitetes Eingabesystem und eine neue vereinfachte chinesische Übersetzung.
4. Patch 5 (März 2026): zahlreiche Fehler bei Kollisionen und Levelgrenzen behoben, kleinere Komfortanpassungen und eine zusätzliche Bank am Pale Lake.
Die Patch-Historie listet das Hollow Knight Wiki detailliert auf. Für den Silksong Test heißt das: Heute bekommst du die rundeste Version, die es je gab.
Besonders gut eignet sich das Spiel für unterwegs. Auf dem Steam Deck läuft es ohne Anpassungen sauber; mit unseren Steam-Deck-Einstellungen holst du noch mehr Akkulaufzeit heraus. Auch auf der Nintendo Switch 2 spielt sich Silksong hervorragend.
Was erwartet dich mit Sea of Sorrow?
Im Dezember 2025 hat Team Cherry die erste Erweiterung angekündigt. Sea of Sorrow soll im Laufe des Jahres 2026 erscheinen und für alle Spieler kostenlos sein. Bestätigt sind ein nautisches Thema sowie neue Gebiete, Bosse und Werkzeuge.
Einen konkreten Termin solltest du auf den offiziellen Kanälen von Hollow Knight: Silksong im Blick behalten. Für deinen Kauf spielt die Erweiterung ohnehin eine Nebenrolle: Das Hauptspiel liefert schon jetzt mehr Inhalt, als viele Vollpreistitel bieten.
Für wen lohnt sich Silksong?
Am Ende unseres Silksong Test steht eine klare Empfehlung – mit einer Einschränkung. Das Spiel ist für dich gemacht, wenn du präzise Kämpfe, verschachtelte Welten und das Gefühl liebst, dir jeden Meter erarbeitet zu haben.
Greif zu, wenn du Hollow Knight, Celeste, Dead Cells oder Ori mochtest.
Greif zu, wenn du für rund 20 Euro ein Spiel mit 40 und mehr Stunden Substanz suchst.
Teste zuerst im Game Pass, wenn du unsicher bist, ob dir der hohe Schwierigkeitsgrad liegt – unser Spiele-Abos Vergleich zeigt dir die Konditionen.
Lass es eher liegen, wenn dich wiederholtes Scheitern frustriert und du lieber entspannt erkundest.
Im Vergleich zum Vorgänger wirkt Silksong reifer, dichter und selbstbewusster. Es verzichtet auf Kompromisse und vertraut darauf, dass du wächst. Genau diese Haltung macht es so besonders – und gelegentlich so anstrengend.
Fazit zum Silksong Test: Ein Meisterwerk mit Ecken
Hollow Knight: Silksong ist das seltene Beispiel eines Spiels, das jahrelange Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern teilweise übertrifft. Die Kämpfe sind präziser, die Welt ist größer und vielfältiger, der Soundtrack ist grandios und die technische Umsetzung vorbildlich. Dazu kommt ein Preis, der in Zeiten steigender Spielepreise fast schon provokant niedrig wirkt.
Abzüge gibt es für lange Laufwege, eine knappe Ökonomie und einen Einstieg, der manche Spieler früh ausbremst. Diese Kritikpunkte ändern nichts daran, dass Silksong zu den besten Spielen seiner Generation gehört. Unser Silksong Test endet deshalb mit 9,5 von 10 Punkten – und der Empfehlung, Pharloom spätestens vor Sea of Sorrow zu betreten.
Silksong verlangt viel von dir. Aber es gibt dir mehr zurück als fast jedes andere Spiel dieses Jahrzehnts.
Häufige Fragen zum Silksong Test
Wie viel kostet Hollow Knight: Silksong?
Silksong kostet rund 20 Euro und ist damit deutlich günstiger als die meisten Neuerscheinungen. Zusätzlich ist das Spiel seit dem Release im Xbox Game Pass enthalten. Die kommende Erweiterung Sea of Sorrow soll kostenlos erscheinen.
Wie lange dauert Silksong?
Für die Hauptgeschichte brauchst du je nach Erfahrung etwa 30 bis 40 Stunden. Wer alle Geheimnisse, Wünsche und den versteckten dritten Akt erledigen will, ist schnell über 50 Stunden beschäftigt.
Ist Silksong schwerer als Hollow Knight?
Ja, Silksong ist spürbar schwerer. Gegner verursachen mehr Schaden, die Währung ist knapper und einige Laufwege zu Bossen sind lang. Dafür heilt Hornet schneller und bewegt sich agiler als der Ritter.
Auf welchen Plattformen erscheint Silksong?
Silksong ist für PC (Windows, macOS, Linux), PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und Switch 2 erhältlich. Auch auf dem Steam Deck läuft das Spiel sehr gut.
Muss ich Hollow Knight vorher gespielt haben?
Nein, Silksong erzählt eine eigenständige Geschichte in einem neuen Königreich. Kenner des Vorgängers verstehen einige Anspielungen besser, notwendig ist das aber nicht.
Lohnt sich Silksong noch vor Sea of Sorrow?
Ja, denn das Hauptspiel bietet bereits enorm viel Inhalt und ist nach fünf Patches technisch ausgereift. Die Erweiterung soll kostenlos sein, du verpasst also nichts, wenn du jetzt einsteigst.

